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Dr. Herlind Gundelach Mitglied des Deutschen Bundestages

Gute Konzepte für Kreative und für die Hamburger Kulturlandschaft

Hamburg ist eine Medienmetropole. Die Stadt beheimatet fast die Hälfte aller Printmedien. Mit unseren international agierenden Werbeagenturen, den zahlreichen Verlagen, Radiosendern und Filmproduktionsgesellschaften gelten wir als „Kreativ-Hauptstadt“. Hamburg ist der umsatzstärkste Kreativstandort in Deutschland. Außerdem ist die Stadt mit zahlreichen Journalistenschulen und Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Medien einer der wichtigsten Standorte für die Medienausbildung.

 

Die Kreativwirtschaft entwickelte sich seit Ende der 1980er Jahre zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige der Weltwirtschaft und ist daher in den letzten Jahren in den Blick der Kultur- und Wirtschaftspolitik gerückt. Als wirklich eigenständige Branche wird sie jedoch erst seit kurzem wahrgenommen.

 

Die Kreativwirtschaft ist sehr heterogen strukturiert und hat, ähnlich wie technische Innovationen, einen enormen Einfluss auf künftige Entwicklungen. Teilweise greifen diese beiden Impulsgeber auch ineinander. Fakt ist: Die Kreativwirtschaft befördert zunehmend den Strukturwandel in traditionellen Branchen und bietet viele Beschäftigungschancen, da diese Brache eine hohe Arbeitsplatzintensität aufweist.

 

Hamburg hat diese Entwicklung als Chance erkannt. Denn Investitionen in kreative Bereiche können sich positiv auf die Stadtteil- und Quartiersentwicklung auswirken und somit die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhöhen, identitätsstiftend sein und daher den Tourismus befördern. Im Jahre 2009 wurde daher eine Strategie zur Stärkung des Kreativwirtschaftsstandorts entwickelt. Diese Strategie wird seit 2010 durch die „Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH“, die als Anlauf-, Beratungs-, Informations- und Servicestelle für alle Akteure der Hamburger Kreativwirtschaft dient, mit Leben erfüllt. Primäres Ziel ist die Erschließung der Zukunftspotenziale der Kreativwirtschaft durch Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und die Verbesserung der Erwerbschancen ihrer Akteure.

 

Problem ist und bleibt jedoch, dass viele Kreativwirtschaftsunternehmen von externen Finanzierungsquellen ausgeschlossen sind. Banken und Investoren werten es oft noch als Risiko, in Kulturwirtschaftsprodukte zu investieren. Unternehmen der Kreativwirtschaft wissen wiederum häufig nur wenig über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Hier muss noch bessere Informationsarbeit geleistet werden.

 

Um unseren Ruf als „Kreativ-Hauptstadt“ zu behalten, dürfen wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen. Als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien ist es mir stets ein Anliegen, auf Bundesebene die besonderen Interessen von Hamburg zu wahren und zu fördern. Ein weiteres Anliegen ist mir, die vielfältige Medienlandschaft in Deutschland zu erhalten. Denn sie unterstützt und festigt die Pressefreiheit.

 

Dafür müssen wir an verschiedenen Stellen ansetzen. Zunächst einmal setze ich mich auf europäischer Ebene für eine grundlegende Überarbeitung der EU-Richtlinie Audiovisuelle Mediendienste (AVMD) ein. Diese ist meines Erachtens auf Grund des tiefgreifenden Wandels, in dem sich die Medienlandschaft durch das Aufkommen neuer Medientechnologien befindet, dringend geboten. Dabei plädiere ich für eine Medienregulierung, die sowohl dem geänderten Nutzerverhalten Rechnung trägt, als auch faire Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen schafft. Dabei muss man vor allem den unterschiedlichen Finanzierungsarten der einzelnen Sparten und Unternehmen Rechnung zu tragen. Es sollte daher eine noch klarere Abgrenzung der Werbung von den Inhalten geben. Weitere Werbeverbote lehne ich ab.  

 

Die Berücksichtigung der Besonderheiten der unterschiedlichen Mediengattungen ist besonders bei den für Hamburg so relevanten Print-Medien von Bedeutung. Viele bedeutende Medienunternehmen sind aus Zeitungen und Zeitschriften erwachsen. Auch im digitalen Zeitalter ist das Printmedium für viele Menschen wichtige- oder sogar grundlegende Informationsquelle. Für die Medienmarken sind die Druckerzeugnisse daher oft auch die entscheidende Einnahmenquelle.  Bei politischen Entscheidungen auf europäischer oder nationaler Ebene muss daher die Bedeutung von Print besonders berücksichtigt werden.

 

Die Entwicklungen in der Medienlandschaft gehen aber auch mit neuen Herausforderungen für den Kinder- und Jugendschutz einher. Meines Erachtens sollten der Jugendschutzmedienstaatsvertrag und das Jugendschutzgesetz besser aufeinander abgestimmt werden. Außerdem sollten Kindern und Jugendlichen frühzeitig der Umgang mit Medien in der Schule beigebracht werden. Die Entwicklung von Medienkompetenz muss eine größere Rolle in der Schule spielen. Gleichzeitig dürfen wir aber auch nicht die Erwachsenen vergessen. Auch hier müssen wir verstärkt Angebote schaffen, um den Umgang mit den neuen Medien zu erleichtern.

 

Ein wichtiges Thema, das ich in der nächsten Legislaturperiode unbedingt anpacken möchte, ist die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ich bin davon überzeugt, dass wir einen starken, anspruchsvollen und vielfältigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk brauchen. Die Öffentlich-Rechtlichen haben die Aufgabe, angesichts einer immer stärkeren Informationsflut ein glaubwürdiges Informationsmedium zu sein, das Objektivität, Orientierung und Qualität bietet.

 

Daher müssen wir uns mit dem Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auseinandersetzen, an dem sich die Höhe des Rundfunkbeitrags stärker orientieren sollte. Ein Beispiel für gutes Haushalten, Erfüllung des Grundversorgungsauftrags und qualitativ hochwertige Radio-, Online- und TV-Angebote ist für mich die BBC in Großbritannien, die im Vergleich zu Deutschland fast mit der Hälfte der Mittel auskommt.

 

Die Arbeit im Ausschuss für Kultur und Medien beschäftigt sich – wie der Name schon sagt – aber nicht nur mit der Medienpolitik. In der letzten Legislaturperiode haben wir kulturpolitisch sehr viel auf den Weg gebracht, vor allem auch aufgrund der exzellenten Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters. Die bedeutendste kulturpolitische Gesetzesnovelle war eindeutig die Neufassung des Kulturgutschutzgesetzes. Kulturgut schützen wir, um es für künftige Generationen zu bewahren. Ziel der Novellierung war es, ein den Kulturgutschutz stärkendes, kohärentes Gesetz zu schaffen, um sowohl illegal ausgeführtes Kulturgut anderer Staaten effektiv an diese zurückgeben als auch deutsches Kulturgut besser vor Abwanderung ins Ausland schützen zu können. In einer intensiven und konstruktiven Beratung konnten insbesondere auch die Hamburger Interessen gewahrt bleiben.

 

Für meinen Wahlkreis konnte ich außerdem erreichen, dass die Kirche St. Maximilian Kolbe und die Honigfabrik in Wilhelmsburg sowie die Sternwarte in Bergedorf Förderung aus dem Denkmalschutzsonderprogramm erhalten. Für die Zukunft unterstütze ich den Bau des neuen Hafenmuseums. Damit tragen wir der Bedeutung des Hafens für Hamburg Rechnung. Außerdem werde ich mich weiter für bezahlbare Räume und Ateliers für Hamburger Künstler einsetzen. Überdies begrüße ich Initiativen von Unternehmen zur Förderung der Jugend der Kunst und Musik.

 

Ich setze mich ein für

 

  • den Bau des Hamburger Hafenmuseums.
     
  • bezahlbare Räume und Ateliers für Hamburger Künstler.
     
  • die Vermittlung von Medienkompetenz in Schulen und für Erwachsen.
     
  • die grundlegende Überarbeitung der EU-Richtlinie Audiovisuelle Mediendienste.
     
  • den Erhalt der vielfältigen Medienlandschaft in Deutschland.
     
  • einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der seinem Grundversorgungsauftrag nachkommt und dafür auch die erforderliche
     
  • Finanzierung erhält.die Förderung von Jugend, Kunst und Musik.