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Dr. Herlind Gundelach Mitglied des Deutschen Bundestages

Wie komme ich gut an mein Ziel?

Für eine Metropole und eine Hafen- und Industriestadt ist die Verkehrsinfrastruktur von besonderer Bedeutung: Menschen und Waren müssen schnell und unkompliziert den Standort wechseln können. Dabei stehen uns viele verschiedene Verkehrsmittel zur Auswahl. Damit der Verkehr fließt und sich nicht staut, benötigen wir eine gute Mischung aus Auto, Carsharingangeboten, Fahrrad, Bus und Bahn. Denn eine moderne Verkehrsinfrastruktur muss sich den Bedürfnissen ihrer Bürgerinnen und Bürger  anpassen und nicht umgekehrt.

 

In Hamburg brauchen wir den Individualverkehr für Taxis, Geschäfte und Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind. Der Straßenverkehr wird also auch zukünftig eine wichtige und entscheidende Rolle bei der Beförderung von Personen und dem Transport von Gütern spielen. Dabei sind Autos, Busse und Lkws alle auf ein gut ausgebautes und instandgehaltenes Straßennetz angewiesen. Außerdem braucht eine Großstadt wie Hamburg ein modernes und digital vernetztes Verkehrsmanagementsystem zur Steuerung und Verbesserung des vorhandenen Verkehrsnetzes. Hier muss dringend nachgeholt werden, was in den letzten Jahren versäumt wurde.

 

Wichtig ist mir zudem der Schutz der Kleinsten im Straßenverkehr. Wenn in den Nachrichten zu hören ist, dass die zulässige Geschwindigkeit vor Schulen teilweise um das drei- bis vierfache überschritten wird, wie das z.B. bei der Stadtteilschule im Richard-Linde-Weg der Fall war, erfordert das wirkungsvolle Maßnahmen der Politik. Regelmäßige Kontrollen der Polizei sowie mögliche bauliche Maßnahmen müssen hier zum Einsatz kommen. Beispielsweise sind Verschwenkungen der Fahrbahn oder die Einrichtung von Schwellen in Erwägung zu ziehen.

 

Um die Belastungen für die Anwohner durch den Straßenverkehr so gering wie möglich zu halten, müssen wir zwingend noch mehr in Lärmschutzmaßnahmen investieren und den Verkehr besser auf die gesamte Stadt verteilen. Die A26 Ost oder auch die sogenannte „Hafenpassage“ ist dafür ein gutes Beispiel: Die geplante Stadtautobahn, die von der A7 durch Moorburg und Wilhelmsburg zur A1 in Stillhorn führen soll, wird viele Wohngebiete im Hamburger Süden entscheidend entlasten und eine große Verbesserung der Lebensqualität mit sich bringen. Denn wer heute an der B73 lebt, erträgt ein immenses Verkehrsaufkommen und hat aufgrund des mangelnden Lärmschutzes den Eindruck, an einer Autobahn zu wohnen. An der B73 wurden keine Schutzmaßnahmen wie Lärmschutzwände realisiert – an der neuen A26 Ost werden diese selbstverständlich aufgestellt. Über viele Jahre habe ich für diesen Bau gekämpft. Ich bin daher froh, dass die A26 Ost nun in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde.

 

Wie wichtig es ist, Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik zusammenzudenken, zeigt die Verlagerung der Wilhelmsburger Reichsstraße: Mit dieser Maßnahme wird nicht nur die Lärmbelästigung gesenkt, sondern es entstehen auch neue Flächen für den Wohnungsbau. Diesen Ansatz des Verknüpfens sollten wir unbedingt weiterdenken. Auch die Verkehrsträger müssen effizienter ineinander greifen. Meines Erachtens sollten beispielsweise P&R- Systeme wieder besser gefördert und kostenlos angeboten werden. Überdies kann der Umstieg auf alternative Kraftstoffe und Antriebssysteme sinnvoll sein, um dadurch die Luftverschmutzung und CO2-Emissionen zu verringern.

 

Ich plädiere außerdem für eine offensive Verlagerungspolitik des Güterverkehrs auf die Schiene und das Wasser, um Fernstraßen und in Hamburg auch Ausweichrouten in Wohngebieten zu entlasten. Dieses Problem kennen wir massiv aus Harburg. Hier muss endlich etwas passieren! Wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit von Wasser und Schiene maßgeblich verbessern. Die Schaffung von zusätzlichen Knotenpunkten und die Beseitigung von Engpässen sind hierbei entscheidend.

 

Um dem Wunsch der Hamburgerinnen und Hamburger nach schneller, effizienter und verlässlicher Mobilität nachkommen zu können, braucht Hamburg neben guter Lösungen für den Straßenverkehr vor allem auch Verbesserungen beim öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).Ich selbst fahre unglaublich gerne S-Bahn und bin damit eher untypisch für meine Altersgruppe. Denn es sind vor allem die sogenannten Millenials, die zunehmend auf ein eigenes Fahrzeug verzichten und vermehrt alternative Fortbewegungsmittel nutzen. Auch dadurch hat der ÖPNV in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung gewonnen: Regelmäßig absolvierte Strecken – die klassische Pendlerstrecke – werden immer häufiger mit dem ÖPNV bewältigt.

 

Der ÖPNV muss daher ein Angebot vorhalten, das den Bedürfnissen und Erfordernissen der Stadt gerecht wird. Große Wohngebiete wie Kirchdorf Süd, das Reiherstieg-Viertel, der Osdorfer Born und Steilshoop sollten an ein schienengebundenes Verkehrsmittel angebunden werden. Ebenso müssen endlich das Volkspark-Stadion und die benachbarten Arenen an das Schienennetz angeschlossen werden.

 

Besonders häufig genutzte Bahnstrecken brauchen außerdem Ertüchtigung, so dass sie die wachsenden Fahrgastzahlen aufnehmen können. Dazu gehören die Erhöhung der Taktfrequenz, neue und hochwertige S-Bahnwagen sowie gegebenenfalls die Reaktivierung vorhandener Bahnstrecken für den Schnellbahnverkehr. Insbesondere die Strecken aus Harburg und Bergedorf zum Hauptbahnhof brauchen dringend Ertüchtigung. Eine Direktverbindung in den Hauptverkehrszeiten vom Bahnhof Harburg (als S33) oder von Bahnhof Bergedorf (als S23) zum Hauptbahnhof würde nicht nur eine deutliche Entlastung bringen, sondern wäre mit einer Fahrzeit von ca. 12 bis 15 Minuten äußerst attraktiv. Dringend erforderlich ist die Verlängerung der U-Bahn 4 über Wilhelmsburg nach Harburg.

 

Damit vielleicht sogar mehr Menschen zukünftig den ÖPNV nutzen, benötigen wir überdies verständliche Tarifpolitik. Den Schnellbus-Zuschlag empfinde ich beispielsweise als nicht mehr zeitgemäß. Flexiblere Angebote wie die 9 Uhr-Karten sollten ausgebaut werden. Ich finde, man könnte beispielsweise ein 4 Stunden Paket anbieten, welches in alle Richtungen genutzt werden kann. Außerdem müssen wir im Blick behalten, dass die Tarife für den ÖPNV sozial verträglich bleiben.

 

Ich setze mich ein für
 

  • einen gut funktionierenden Verkehr in Hamburg mit digital vernetzten Verkehrsmanagementsystemen zur Steuerung und Verbesserung des vorhandenen Verkehrsnetzes.
     
  • städtebauliche Maßnahmen und Polizeikontrollen, um Raser vor Schulen zu stoppen.
     
  • die bessere Verknüpfung vorhandener Verkehrsträger beispielsweise durch P&R.
     
  • die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und das Wasser.
     
  • die Sanierung von Straßen-, Geh- und Radwegen.
     
  • die Förderung nachhaltiger Mobilitätskonzepte..
     
  • die Förderung von alternativen Antriebsstoffe und Antriebssystemen.
     
  • die Abstimmung von Wohnungs- und Verkehrspolitik mit Energie- und Klimapolitik.
  • die Stärkung des Schnellbahnverkehrs: . Erhöhung der Taktfrequenz, neue und hochwertige S-Bahnwagen sowie gegebenenfalls die Reaktivierung vorhandener Bahnstrecken für den Schnellbahnverkehr.
     
  • den Ausbau des U-Bahn-Netzes.
     
  • verständlichere und flexiblere Tarife beim ÖPNV.